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Systeme gestalten statt Menschen verändern - Erkenntnis Wertemanagement #2

Wie kann man als Unternehmen sicherstellen, dass Mitarbeitende ethisch gute Entscheidungen für das Unternehmen treffen?

 
Wertemanagement, normatives Management oder Ethik, heisst immer sich in Dilemmasituationen zu entscheiden. Sich für einen Wert entscheiden und dafür die Verletzung eines anderen Werts in Kauf nehmen. Beide Werte gleichzeitig einzunehmen geht nicht (siehe 1. Erkenntnis Wertemanagement).

Jeder Mensch hat seine eigenen Wertekompass, sein eigenes Werteprofil und entscheidet sich bei seinen Entscheidungen für die entsprechenden Werte.
Wie verhält es sich somit mit Menschen, welche ineinem Unternehmen arbeiten und dort Entscheidungen für das Unternehmen treffen? Reicht es, anständige, «ehrbare» Personen einzustellen, damit anständige Entscheidungen getroffen werden?

Diese Vorstellung herrschte vor einigen Jahrzehnten im Business Umfeld. Leider ist es nicht ganz so einfach, wie verschiedene Forschungsergebnisse heute zeigen. So unter anderem die Studienergebnisse von Prof. Dr. Ernst Fehr (Universität Zürich) im 2014. Vereinfacht gesagt, wurde das Entscheidungsverhalten von Bankern untersucht. Es hat sich gezeigt, dass Banker sich weniger ehrlich verhielten als andere Vergleichsgruppen. Bis hierhin wäre die Erkenntnis, Banker sind unehrlicher als andere Berufsgruppen, also einfach keine Banker einstellen. Der Schlüsselpunkt der Studie war allerdings, dass man das Verhalten der Teilnehmenden in unterschiedliche Branchenkulturen -/Firmensettings untersuchte. Das interessante daran war, dass sich Banker und auch andere Berufsgruppen in einem Bankensetting unehrlicher verhielten als Banker und adere Berufsgruppen in einem anderen Branchensetting.

Die aufschlussreiche Erkenntnis dieser Studie: Das Unternehmenssetting ist ausschlaggebender für das ethische Verhalten als der eigene Kompass der jeweiligen Person!
Um auf die Einstiegsfrage zurückzukommen. Es reicht nicht, «ehrbare» Personen anzustellen. Das Unternehmen muss ein Wertesystem aufbauen, das es den Mitarbeitenden erlaubt, ethisch gute Entscheidungen zu treffen.

Dieses Wertesystem wird durch das oberste Management erarbeitet und festgesetzt. Das ist übrigens mehr, als eine Liste von Kernwerten. Anschliessend werden die verschiedenen prägenden Elemente des Arbeitsumfeldes der Mitarbeitenden diesem Werteprofil gegenübergestellt. Es sind dies insbesondere Reglemente, Weisungen, Prozesse, Produkte etc. So kann zum Beispiel zwar Kundenorientierung ein zentraler Unternehmenswert sein, das Entlohnungsreglement aber hohe Boni auf den Abschluss bestimmter Produkte vorsehen. Ein Mitarbeitender muss sich je nachdem zwischen einem hohen Bonus und der für den Kunden besten Produktwahl entscheiden.

Durch diese Klärung werden Widersprüche zur eigentlichen Werthaltung des Unternehmens sichtbar und können geklärt werden. Dass bedeutet, dass sich alle Mitarbeitenden in Dilemmasituationen einfacher für die «richtige» Entscheidung entscheiden können und dies nicht nur für Helden möglich ist.

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